Explosiver E-Bike-Kauf sorgt für leere Lager




Umsatzzahlen explodieren bei E-Bike-Kauf

Drei Monate ist es her, dass Deutschland den Atem anhielt und in den Corona-Schlaf fiel. Trotz schrittweiser Lockerungen kämpfen Unternehmen seit dem mit Umsatzeinbrüchen und den Spätfolgen des Lockdowns. Auch die Fahrrad- und E-Bike Händler bangten um ihre Existenzen und rechneten nur mit vereinzeltem E-Bike-Kauf.

E-Bike-Kauf statt Eiersuche

Bereits zu Ostern wurden sämtliche Befürchtungen durch eine wahre Explosion im EBike Handel weggeschleudert. Wie die Frankfurter Allgemeine (FAZ) oder der pressedienst-fahrrad (pd-f) berichteten standen die Menschen Schlange um bei einem Fachhändler ein passendes Rad mit oder ohne Motor zu ergattern. Im Onlinehandel stiegen die Verkaufszahlen im E-Bike-Kauf, zum Beispiel für das beliebte NCM Moscow ähnlich rasant.

NCM Moscow ist beliebt beim E-Bikekauf
Beim E-Bikekauf beliebt: Das NCM Moscow

Motivation ist dabei nicht nur die Meidung einer möglichen Infektion im ÖPNV sondern auch der eventuelle E-Bike Urlaub in Deutschland 2020. Preisschlager hier ist unter anderem das EBike von Prophete Navigator Caravan Kompakt.

Berg- und Talfahrt für die Händler

Doch auf jedes Hoch folgt auch irgendwann ein Tief. Das nahende Tief für Fahrradhändler zeichnet sich sowohl im Geschäft als auch online ab. Das gestiegene Interesse am Rad- und E-Radfahren stellt alle Händler auf eine Belastungsprobe.

Ohne Hygienevorschriften kein E-Bike-Kauf

Laut FAZ und pd-f müssen auch die Hygienevorschriften bei dem Kauf eines eBikes eingehalten werden. Eine große Herausforderung für kleine Unternehmen mit einem Geschäft. Wer ein Pedelec, wie beispielsweise von Corratec auf diesem Weg erwerben möchte, wünscht sich eine fachgerechte Beratung. Diese ist selbstverständlich möglich und wird in vollem Umfang gewährleistet – aber mit erheblichen Wartezeiten. Um das Infektionsrisiko gering zu halten und den Abstand zu wahren, darf sich lediglich eine bestimmte Anzahl von Personen gleichzeitig im Geschäft aufhalten. Beratungsplätze sind dementsprechend nur teilweise besetzt.

Personal am Limit

Um den rasanten Anstieg unter Vorgabe der Hygieneregeln Herr zu werden, schiebt also auch das Personal Überstunden. Mehr Kunden vor als im Geschäft, aber auch vor der dazugehörigen Werkstatt stellen die Händler vor immer größere Probleme wie FAZ und pd-f schreiben. Seitdem mehr Leute Fahrrad und eRad fahren, suchen auch immer mehr eine Werkstatt auf. Den Onlinehandel betrifft dieses Problem eher weniger, aber auch sie sehen sich mit Überstunden konfrontiert. Bereits im Mai stieg der Umsatz beim E-Bike-Kauf um bis zu 50%.

Stockende oder abgebrochene Lieferketten

Ein weiteres Problem, welches FAZ und pd-f darstellen, wird im Spätsommer erwartet: Die Lager leeren sich und neue Ware ist selten in Sicht. Viele Räder und Pedelecs sowie deren Komponenten kommen aus Asien, wo ebenfalls die Industrie für mehrere Monate zum Stillstand kam. Produktionen müssen nachgeholt werden, geraten durch die Rohstoffknappheit aber wieder ins Stocken. Im Transport und der Logistik entstehen Schwierigkeiten, weil auch hier das Personal an seiner Belastungsgrenze arbeitet. Die Elektroräder sind davon in besonderem Maße betroffen. Hier warten die Hersteller nicht nur auf Rahmen, Schaltungen und Bremsen, sondern auch auf sämtliche elektrische Bestandteile. Zulieferer wie Bosch oder Shimano sind zwar noch lieferfähig, doch auch das könnte sich in nächster Zeit ändern.

E-Bike-Kauf für den Klimaschutz

Das der Lockdown sich positiv auf die Klimaentwicklung ausgewirkt hat, ist kein Geheimnis. Damit dieser Effekt möglichst nachhaltig bleibt, hofft die Fahrradbranche auf einen langfristigen Mobilitätswandel. Gefragt ist an dieser Stelle also auch die Politik, welche nach der FAZ und pd-f tätig werden und die Rahmenbedingungen verbessern muss. Den Anfang bildet dabei die Entstehung neuer Radwege und der Ausbau des Radverkehrsnetzes. In den vergangenen Jahren wurde dieser Ausbau von vielen Städten und Kommunen deutlich vernachlässigt. Doch mit der steigenden Anzahl von Radfahrern und Ebikern auf der Straße steigt der Druck auf die Politik. Der pd-f berichtet in diesem Zusammenhang über Berlin, welche mit gutem Beispiel voranschritten. In der Hauptstadt entstanden so noch während der Corona-Zeit etliche Radwege. Weitere Städte zogen nach bzw. gründeten Radinitiativen, die sich für dieses Thema einsetzen.

Fahrradwege für eine sichere Fahrt
Vermehrter E-Bike-Kauf sorgt für mehr EBiker auf der Straße

Ein Ausbau der Fahrradwege ist weiterhin nicht nur sinnvoll für das Klima. Unfälle können durch ein sicheres Radverkehrsnetz effektiv reduziert werden. Der Spaß am neuen eRad, beispielsweise von Prophete soll schließlich nicht im Krankenhaus enden.

2021 – Top oder Flop?

Ob der Fahrrad- und E-Bike-Kauf auch im kommenden Jahr so weiterlaufen wird, steht buchstäblich in den Sternen. Momentan kann laut Zeitungsberichten niemand vorhersehen, ob es sich bei dem jüngsten Boom in der Fahrradbranche um ein kurzweiliges Phänomen handelt oder nicht. Die FAZ gibt zu bedenken, dass ein Rückgang entstehen kann, sobald Ländergrenzen wieder offen sind und der ÖPNV wieder mehr in den Fokus rückt. Zurzeit wird vor allem dieser gemieden, da hier die Ansteckungsgefahr erhöht ist.

Händler stehen also auch bei den Planungsvorbereitungen für 2021 vor einem Dilemma.

 

Quellen

pressedienst-fahrrad „Das Fahrrad boomt – Und nun?“ (Stand 17.6.2020)

Frankfurter Allgemeine „435 Fahrräder an einem Samstag“ (Stand 17.6.2020)

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